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Aufstieg und Niedergang des Bankhauses Paderstein in Ostwestfalen Drucken
Dienstag, 22. März 2011, 19:30 - 21:00 Aufrufe : 2219

Dr. phil. Harald Wixfort
Aufstieg und Niedergangdes Bankhauses Paderstein in Ostwestfalen

Der Wirtschaftshistoriker Dr. Harald Wixforth (Universität Bremen) spricht in der Vortragsreihe des Altertumsvereins Paderborn am 22. März 2011 um 19.30 Uhr an der Theologischen Fakultät Paderborn (Kamp 6, Hörsaal 2) über die Kreditwirtschaft in Ostwestfalen und das Bankhaus Paderstein.

 
Ostwestfalen und seine Städte gelten allgemein nicht als wichtige Finanzplätze in Deutschland. Hier gab es im Mittelalter keine großen Messen und in der Frühen Neuzeit keine ausgabenfreudigen Fürsten, welche die Gründung und Entwicklung von Privatbankhäusern hätten hervor rufen bzw. den Aufbau eines Finanzmarktes mit leistungsfähigen und dauerhaften Strukturen hätten befördern können. Erst mit dem Beginn des "Maschinenzeitalters" in der Mitte des 19. Jahrhunderts, vor allem in den nördlichen Teilen der Region in den Städten Bielefeld und Herford, und den dadurch bedingten wachsenden Kapitalbedarf der neu gegründeten Unternehmen wurden auch Kreditinstitute ins Leben gerufen, die sich am Markt behaupten und die aufblühende Industrie längerfristig mit Kapital versorgen konnten. Wie überall in Deutschland kam dabei zunächst den Privatbankhäusern eine herausragende Bedeutung zu.Unter den Privatbankiers der Region war das Bankhaus Paderstein bis weit in das 20. Jahrhundert hinein das wichtigste. Seine Wurzeln hatte es in dem 1832 von David Meier Paderstein zusammen mit seinen Söhnen Felxi und David in Paderborn gegründeten Firma M. Paderstein & Söhne, die zunächst eine Ellwarenhandlung, später eine Versicherungsagentur und ein Geldwechselgeschäft betrieb.
 
Hermann Paderstein, 1841 als zweites von vier Kindern David Padersteins geboren, begann ab dem Ende der 1850er Jahre im Bankgeschäfte seines Vaters mitzuarbeiten. Schnell hatte er jedoch erkannt, dass die aufblühende Industrie im Raum Bielefeld einen kompetenten Finanzdienstleister benögitte.1863 eröffnete er in Bielefeld eine Niederlassung des Bankhauses m. Paderstein & Söhne, die aber kurze Zeit später vom Paderborner Geschäft abgetrennt wurde und als selbständiges Bankhaus unter dem Namen Hermann Paderstein firmierte. Schnell gelang es dem neugegründeten Institut, die wichtigsten Firmen aus der Bielefelder Textil- und Maschinenbauindustrie als Kunden zu gewinnen.
 

Während des Deutschen Kaiserreichs war das Bankhaus Paderstein in Bielefeld ohne Frage die Nummer eins unter den Kreditinstituten, sein Inhaber Hermann Paderstein einer der wohlhabenden und angesehenen Bürger der Stadt, der nicht nur in vielen Aufsichts- und Verwaltungsräten Bielefelder Firmen saß, sondern auch Mitglied in einer Reihe von geselligen und karitativen Vereinen der Stadt war. Das Ende des Ersten Weltkriegs und die Zeit der Nachkriegsinflation brachten für das Bankhaus Paderstein jedoch eine Wende. Zum einen erwies es sich als fatal, einen großen Teil seiner Gelder in Kriegsanleihen angelegt zu haben, die nun entwertet waren, zum anderen verlor das Bankhaus viele seiner alten Kunden, die im Zeitalter des Währungsverfalls sich direkt und problemlos am Kapitalmarkt das benötigte Kapital beschaffen konnten. Die wachsende Konkurrenz durch die Filialen der Berliner Großbanken kam hinzu.
 
Nach dem Ende der Inflation zeigte sich auch beim Bankhaus Paderstein in aller Deutlichkeit, wie massiv der Währungsverfall, die falsche Anlagepolitik und der Verlust an Kunden das Kapital aufgezehrt hatte. Das Bankhaus, das bereits 1920 einen Kommanditvertrag mit der Deutschen Bank abgeschlossen hatte, musste immer stärker "Anlehnung" an die Berliner Großbank suchen. Im Herbst 1924 war klar, dass es sich nicht weiter am Bielefelder Platz behaupten konnte. Mit Wirkung vom 1. Januar 1925 wurde das Bankhaus Paderstein von der Deutschen Bank übernommen. Bielefeld und Ostwestfalen verloren damit das über Jahrzehnte hinweg führende Kreditinstitut der Region. Seine Geschichte ist gleichsam als eine Art von Vexierbild für den Aufstieg der Privatbankiers in Deutschland um die Mitte des 19. Jahrhunderts, aber auch für ihren Niedergang nach der Inflation und während der Weimarer Republik zu sehen.(Quelle: Einführung von Dr. Harald Wixforth)

 

 

Ort: Theologische Fakultät Paderborn, Kamp 6, Hörsaal 2

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